Di

11

Aug

2009

Jüdischer Friedhof, Kurt-Schuhmacher-Str, 56567 Neuwied

Dieser seit 1985 unter Denkmalschutz stehende Jüdische Friedhof, wie alle das “Haus der Ewigkeit”, hat die dunkle Zeit ganz gut überstanden und wurde in den 1980er restauriert.

Nach jüdischer Vorstellung ist ein Grab für die Ewigkeit gedacht, was mit dem Glauben an die Auferstehung der Toten zusammenhängt. Daher werden Gräber nicht eingeebnet oder die Steine entfernt (sie bleiben bestehen).

 

So kann es sein das bei fehlendem Platz, eine Schicht Erde über die Gräber gelegt wird und die Toten übereinander bestattet werden. Hier in Niederbieber ist dies nicht der Fall, aber auf anderen jüdischen Friedhöfen wird es wohl so praktiziert.

 

Jeder Verstorbene hat ein Recht auf ein Grab, bis zum erscheinen des Messias, wobei es auch immer von Bedeutung ist im Land Israel beerdigt zu werden. Denn die Vorstellung der Auferstehung war mal auf Israel begrenzt. Um dies symbolisch zu erreichen, wird jedem Sarg ein Beutelchen mit Erde aus Israel begefügt.

 

Auch wenn es nicht auf allen Friedhöfen gehandthabt wird, ist eine weitere wichtige Tradition, das die Füße der Toten gen Jerusalem ausgerichtet sind.

 

Weiter fehlt jeglicher Blumenschmuck auf den Gräbern, dies soll eine Verunreinigung der Toten vermeiden, daher sieht man oft nur kleine Steine auf den Gräbern.

 

Was aber richtigerweise nicht verpönt ist, Gottes Natur darf jedes Grab überwachsen, so das alte Gräber von Gras oder Efeu überwachsen sind. Dies macht für mich mehr Sinn, wie die künstliche Grabpflege die in unserem Glauben Gang und Gäbe ist.

 

Symbole auf Grabsteinen geben oft Aufschluss über die Rolle des Verstorbenen in seiner Gemeinde oder über sein Leben. Die Steine werden nicht nur in der jeweiligen Landessprache beschriftet, sondern vorrangig auf hebräisch. Ich rate daher dazu auch die Rückseite der Steine zu betrachten, denn früher wurde auch diese beschriftet.

 

Unser Niederbieberer Friedhof ist grundsätzlich Bestandteil bei ganzjährigen Führungen, die das Leben und Wirken unserer jüdischen Mitbürger beinhalten. Wer Interesse an solch einer Führung hat wendet sich an 02631 - 53498 oder 343272

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